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Das Anreißmesser


Das Messwerk- und Anreißzeug

 

Englische Bezeichnung Marking Knife
Charakteristik Messer
Verwendung Zum Anreißen hauchdünner Linien

Auch eine neue Errungenschaft ist das untenstehende Anreißmesser von Chester Toolworks (ca. 50€). Ich habe es mir in brasilianischem Tulpenholz zugelegt. Ich habe mich für die kürzere Klinge entschieden, weil ich mich dachte, dass das beim Anreissen von Hartholz von Vorteil sein könnte. Für meinen Bedarf ist die Klinge auch wirklich mehr als lang genug, weil ich normalerweile keine Schwalbenbretter verwende, die dicker als 24 mm sind, so dass ich die Zinken sehr gut markieren kann. Ich habe allerdings kaum Zweifel, dass die längere Klinge genauso bombenfest im Griff sitzt, wie meine kürzere.

markingknife

Drei Sätze will ich aber doch noch zu dem Teil loswerden: Das Biest ist wirklich (sorry) "sauscharf", liegt gut in der Hand und ist so fein justierbar, dass eher mein Sehvermögen als das Messer die Genauigkeitsgrenze darstellen. Als ich das Messer beim ersten Mal mit meiner Messingschmiege von Richard Kell verwendet habe, habe ich es etwas verkantet, so das es im Ergebnis in die Schmiege geschnitten hat. Es ist nichts wirklich Schlimmes passiert, aber genug um zu wissen, dass ich mit dem Teil Messing schneiden könnte! Kein Wunder bei 62-63 HRC.

Möglicherweise werde ich mir zum Vergleich noch ein Anreißmesser von Rob Cosman (mit Versand wird der Preis wahrscheinlich ähnlich sein) zulegen, weil mir seine Argumente bezüglich des Designs eines Anreißmessers einleuchten. Allerdings habe ich meinem Messer von Chester Toolworks keine wirklichen Probleme und finde es zudem einfach schön.

Das unten abgebildete Furnier- und Anreißmesser habe ich schon ziemlich lange. Es ist aus zweilagigem Karbonstahl mit gehämmerter Kupferplattierung gefertigt. Heft und Scheide sind aus Sakuraholz mit einer Koralleneinlage. Wenn ich mich recht entsinne, habe ich es bei dictum für rund 50 € gekauft, kann es aber nicht mehr im Sortiment finden. Es ist einseitig rechts geschliffen, was ich mal für einen Vorteil beim Anreißen gehalten habe.

Die Praxis hat mich eines Besseren belehrt, denn es ist fast damit unmöglich beide Zinkenseiten anzureißen (es kann natürlich auch sein, dass ich mich zu blöd anstelle und Furnierarbeiten habe ich bisher nicht gemacht). Nichtsdestotrotz mag ich das Messer; es ist wirklich edel. Nachdem ich es eine ganze Weile kaum benutzt hatte, verwende ich es jetzt als Werkstattmesser für Feinarbeiten.