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Die Nassschleifmaschine


Das Schärfwerkzeug

 

Englische Bezeichnung wet-working sharpening machine
Charakteristik Schleifmaschine mit Doppeluntersetzungsgetriebe
Verwendung kaltes, funkenfreies Schleifen, Schärfen und Abziehen von Stählen mit hohl geschliffener Schneide

Grundsätzlich müssen Eisen von Werkzeugen wie Hobeleisen oder Beitelklingen härtbar und schärfbar sein. Wird die Schneide eines Eisens geschliffen, entsteht Reibung und infolgedessen Wärme. Solange diese Wärme an der dünnen Schneide unterhalb der Ausglühtemperatur der jeweiligen Stahlsorte bleibt, können die Eisen ohne Vergütungs- sprich Härteverlust geschliffen werden. Überschreitet die Wärmeentwicklung die Ausglühtemperatur, geht die Vergütung des Eisens verloren - es wird weich. Ein gehärtetes Eisen bleibt also desto länger scharf, je kälter die Schneide der Klinge geschliffen werden kann.

Die Wärmeentwicklung beim Schleifen hängt hauptsächlich von der Schleifgeschwindigkeit ab: Je langsamer, desto kühler, desto besser. Die Geschwindigkeit wiederum hängt neben der Motordrehzahl vom Schleifscheibendurchmesser ab. Je langsamer die Motordrehzahl und je größer der Schleifscheibendurchmesser, desto kühler, desto besser. Darüber hinaus gilt: Je höher die Polzahl von Elektromotoren, desto niedriger ihre Drehzahl, desto höher ihr Preis. Daher werden die meisten Elektromotoren für Werkstattbetriebe nur 2-polig ausgelegt, was eine Drehzahl von ca. 2800 U/min zur Folge hat und für dauerhaftes Schleifen einer Klinge zehn bis fünfzehn Mal mehr ist, als sie ohne Vergütungsverlust verträgt. Wird ein Kühlmittel wie z.B. kaltes Öl oder Wasser eingesetzt, nimmt das Kühlmittel die Wärme von der Schneide der Klinge auf und transportiert sie ab.

Um die Drehzahl ihres Elektromotors zu drosseln, verfügen Nassschleifmaschinen wie meine Tormek T-3 über ein Doppeluntersetzungsgetriebe, welches die Ausgangsdrehzahl des Elektromotors am Schleifscheibenumfang (in meinem Fall) auf 120 U/min reduziert (das Modell T-7 kommt durch einen größeren Schleifscheibendurchmesser sogar auf eine Drehzahl von 90 U/min) und läuft damit sehr langsam, wodurch der Abtrag, die Reibung und die Wärme reduziert wird. Die Schleifscheibe wiederum läuft in einer mit Wasser gefüllten Plastikwanne und transportiert so zusätzlich Wärme und Schleifabrieb von der Klinge weg.

Tormek

Nachdem sich der Grundhobel bei den relativ kurzen Gratnuten meines Schränkchens nicht als zwingend notwendig erwiesen hat, habe ich mir vorerst lieber eine Tormek T-3 (ca. 300 €) zugelegt, die ich sehr viel häufiger nutzen werde. So kann ich ab jetzt unabhängig von Kursen oder Werkstatturlauben meine Eisen schärfen.

Da die Tormek mit zwei DVD's und einem 162 Seiten starken, gebundenen Buch mit dem Titel "Nass-Schleifen und Abziehen von Schneidwerkzeugen" von Torgny Jansson geliefert wird, habe ich mir Einiges zu Gemüte zu führen, aber aufgrund eines größeren Beratungsprojekts nicht schnell und genug Zeit dafür.

Um die T-3 zu montieren, muss ich aber nur den Schleifstein auf die Welle stecken, die Mutter festziehen und die Werkzeughalterung einstecken.

Zum Schärfen muss ich dann nur die Wanne anstecken, Wasser rein und die T-3 laufen lassen, bis sich der Stein vollgesogen hat, Maschine aus, Werkzeug einspannen, einschalten und es kann losgehen.

Mittlerweile habe ich im Netz noch ein paar möglicherweise sogar gleich- oder höherwertige Konkurrenzprodukte zur Tormek gefunden, bin aber mit meiner Wahl so zufrieden, dass ich nicht das Bedürfnis habe herauszufinden, welche die beste Maschine gewesen wäre. Aber vielleicht habe ich sie ja auch schon.

Ich habe jetzt alle Eisen nachgeschärft und abgezogen. Das ging wirklich flott und das Ergebnis spricht für sich. Die MHG-Eisen habe ich natürlich auch nachgeschärft. Mit dem gleichen Ergebnis.

Bei der ersten Benutzung der Lederriemenscheibe der T-3 darf das Imprägnieren mit einem feinen Maschinenöl nicht vergessen werden, bevor man die Abziehpaste aufträgt. Sonst gibt es im Grunde nicht viel zu beachten.

Ganz nebenbei habe ich gleich noch einige japanische Küchenmesser abgezogen und die Flächen auf Hochglanz poliert. Geschärft habe ich die Messer allerdings nicht, da mir noch die Haltevorrichtung dafür fehlt.

Ich werde aber die Zubehörpakete SVM-45 (ca. 30 €) für die meisten Messer, TT-50 (ca. 60 €) Dreh- und Abrichtwerkzeug zum Planen und Reaktivieren des Steins und SP-650 (ca. 20 €) Steinpräparierer bestellen, mit dem man den Stein von Korngröße 220 auf Korngröße 1000 bringen und so noch feinere Schärfergebnisse erzielen kann.

Foto: Ein kleiner Schubladenschrank entsteht